„Ja, aus Liebe zu mir selbst.“

Ich bin gerade noch gespannt, was am Ende dieses Artikels herauskommt.
Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich im Muotathal neben einem kleinen Wasserfall auf einer Holzliege. Die Sonne verschwindet gerade langsam hinter dem Berg vor mir und ich habe bereits eine kleine Wanderung in den Ort mit einer Runde „Eisbaden“ auf dem Rückweg hinter mir. Es ist Samstag. Genau genommen der Samstag vor Pfingstsonntag 2026.

Ich habe gestern in meiner Pause entschieden spontan in die Berge zu fahren. Beziehungsweise an einen Ort mit Wasser und Ausblick auf die Berge. Zuerst hatte ich Chat GPT nach Vorschlägen gefragt. Da mir nichts davon zugesagt hatte, habe ich nach der Arbeit am Abend via Maps nach einem Ort gesucht, an dem ich die nächsten Tage eine Auszeit für mich in der Natur nehmen kann. Hier sitze ich nun also.

Als ich am Nachmittag gelaufen bin, musste ich voller Demut und Dankbarkeit daran denken, wie mich mein Weg hierhergeführt hat.

Wie du vielleicht weißt, lebe ich seit August 2025 an der Schweizergrenze. Ich hatte mich aufgrund meiner Intuition und meines Herzens für diesen Weg entschieden. Alles, was ich an sozialem Netzwerk und System in meiner Heimatstadt aufgebaut habe, habe ich hinter mir gelassen. Ich möchte an dieser Stelle nicht tiefer einsteigen, da es mir für diesen Beitrag, um etwas anderes geht.

Mir ist beim Spazieren eingefallen, dass mir ganz oft die folgenden Fragen/Aussagen begegnet sind: „Bist du wegen der Liebe weggezogen?“ oder „Wie heißt der Glückliche?“ oder „Da war bestimmt ein Mann im Spiel.“

Als die Gedanken daran so durch meinen Kopf kreisten merkte ich, wie ich etwas wütend wurde. Wütend darüber, dass man es einer Frau wohl nicht zumutet, ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Einfach, weil sie dem Ruf ihres Herzens folgt. Es ist spannend zu beobachten, wie Menschen wie selbstverständlich etwas in Gesagtes interpretieren, das von einer Prägung kommt, die heute noch dazu führt, dass Frauen unterdrückt werden, einen geringeren Lohn erhalten und vieles mehr.

Vielleicht sind dir solche Aussagen auch schon begegnet. Ich frage mich auch gerade, ob solche Aussagen auch Männern gegenüber getätigt werden?
Wie dem auch sei. Ich möchte dich als Mensch dazu inspirieren an dich und deine innere Stimme zu glauben. Der Weg dorthin ist manchmal steinig, er tut an manchen Stellen weh und erschöpft dich. Gleichzeitig lässt er dich wachsen, glücklicher werden und zeigt dir wie schön das Leben ist.

Erlaube dir groß zu träumen und Schritt für Schritt auf deine Träume zu zugehen. Hole dir Unterstützung, wenn du das Gefühl hast, allein nicht weiterzukommen. Stelle dir die richtigen Fragen. Zum Beispiel: „Tut mir das gut?“ oder „Was würde ich tun, wenn ich wüsste es funktioniert?“ Notiere deine Gedanken, die dir im Alltag über den Weg laufen. Überprüfe sie auf ihren Wahrheitsgehalt und erschaffe dir neue Wahrheiten, die dich stärken und dich gut fühlen lassen.

Das wichtigste von allem jedoch ist, dir die Zeit zu geben, die du, dein System und dein Körper brauchen. Denn Veränderung geschieht in den seltensten Fällen von heute auf morgen. Sie entsteht, während du deinen Weg gehst.

Wenn mich heute jemand fragt, ob ich der Liebe wegen umgezogen bin, antworte ich:
„Ja, aus Liebe zu mir selbst.“

Ich freue mich, wenn dieser Artikel dich zum Nachdenken anregt und du etwas für dich mitnehmen konntest. Eine Herzensumarmung von mir zu dir.

Wanda

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