Es ist nicht immer leicht, der inneren Stimme zu folgen.
Vor allem am Anfang, wenn man noch nicht unterscheiden kann zwischen den inneren Kritikern, dem Verstand und dem Herz.
Es wird leichter. Dann, wenn du anfängst, ehrlicher mit dir zu sein, genau hinschaust und dir selbst die Erlaubnis gibst.
Schritt für Schritt hinzu deiner inneren Wahrheit, weg von Erwartungen im Außen und Glaubenssätzen, die in einer Zeit entstanden sind, in der du auf die Beziehung angewiesen warst, um zu überleben.
Manchmal brauchen wir eine Krise für diese Erlaubnis. Manchmal reicht ein Impuls und der Wille den Stein ins Rollen zu bringen.
Die Natur zeigt uns schon seit je her, wie leicht es sein kann man selbst zu sein.
Die Sonne beispielsweise. Sie scheint. Jeden Tag. Sie fragt nicht, ob sie jemanden damit blendet oder zu warm ist. Sie strahlt in ihrem hellen Licht und ihrer Wärme. Es ist der Mensch selbst, der dieses Strahlen bewertet. Dem einen ist zu hell, dem anderen zu warm, für die eine ist sie ganz okay und für eine andere ist sie das Schönste, dass es gibt.
Auch Wasser fließt einfach. Wo ein Stein, eine Straße, eine Wiese oder Sand ihm den Weg versperrt, findet es einen Weg drumherum oder spült es mit genügend Kraft einfach aus dem Weg. In der Psychologie würde man es wahrscheinlich als lösungsorientiert bezeichnen. Dort wo es fließt, schenkt es neues Leben, nährt Tiere, Pflanzen und Menschen und setzt Grenzen, wo Egos zu groß geworden sind.
Die Pflanzen wachsen und gedeihen mit den Jahreszeiten, in ihrem Kreislauf. Alles blüht dann, wenn es dran ist. Keiner käme auf die Idee an Gras zu ziehen, dass es schneller wächst. Auch die Blume schaut sich nicht um, um zu prüfen, ob sie hübsch genug ist oder mit den anderen mithalten kann. Sie blüht einfach. Zusammen mit den anderen Blumen, weil es zusammen einfach schöner ist.
Der Fels. Geformt von Wasser, Erde und Wind. Er zeigt uns, dass Geduld schon immer die größte Tugend ist. Egal wie die Gezeiten wüten. Er ist beharrlich, bietet Halt, Schutz und lässt bei seinem Anblick manches Herz höher schlagen. Er kann auch zerstörerisch sein, Menschenleben auslöschen und ein sicheres Zuhause schenken.
Diese Polaritäten finden sich in allem wieder. Ebenso wie das Paradoxon der Gleichzeitigkeit. Ohne Tag keine Nacht, ohne Trauer keine Freude, ohne Bienen keine Blumen, ohne Angst keine Liebe, ohne Ego kein Verstand und ohne Mauern keine Grenzen.
Walt Disney brachte es 1994 zusammen mit Elton John und Tim Rice auf die Leinwand:
„Und im ewigen Kreis, dreht sich unser Leben. Dem Gesetz der Natur, sind wir geweiht. Wir sind alle Teil, dieses Universums. Und das Leben, ein ewiger Kreis.“
Was, wenn es also gar nicht darum geht das größte Haus, das schnellste Auto oder das bessere Aussehen zu haben?
Vielleicht geht es ja einfach nur darum zu sein.
Mit allem was ist.
Seinen Platz zwischen dem Gesetz der Polarität jeden Tag neu zu finden und sich dem Fluss des Lebens in seiner Gleichzeitigkeit hinzugeben.
Was hast du zu verlieren?
Um ehrlich zu sein, vielleicht dein Ego. Vielleicht kannst du aber auch nur gewinnen, nämlich Dankbarkeit, Liebe und inneren Frieden.
Zum Abschluss habe ich noch ein paar Fragen für dich:
- Von wem oder was lässt du gerade noch dein Licht dimmen?
- Wo versperrt dir ein Stein gerade noch den Weg und wie würde Wasser dieses Problem lösen?
- In welchen Bereichen deines Lebens hältst du deine Blüte noch verschlossen, aus Angst vor Verletzung oder nicht genug zu sein?
- Wo darfst du Grenzen setzen, um dich wieder mehr zu spüren?
